Freihandelsabkommen – Risikopotenziale für den Kulturbereich?

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Themenabend des Landesmusikrates Hamburg am 16. Oktober 2016

Ziel der Veranstaltung soll es sein, Gelegenheit zu geben, sich über die drohenden Risiken zu informieren, gemeinsam die möglichen Gefahren für den Bildungs-, Kultur- und Wissenschaftsbereich zu hinterfragen sowie zu erörtern, inwieweit die Befürchtungen der Kulturverbände und Kulturschaffenden begründet sind oder entkräftet werden können.
 
Der Präsident des Deutschen Kulturrates, Prof. Christian Höppner (Berlin, zugleich Generalsekretär des Deutschen Musikrates), ist ein sachkundiger Kenner der Materie und hat seine Teilnahme als Referent zugesagt.
 
Der Landesmusikrat Hamburg kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass wichtige Meinungsbildner und Entscheidungsträger in Wirtschaft, Kultur und Politik sich der Sorgen der Kulturschaffenden und ihrer Verbände nicht ausreichend bewusst sind und die denkbaren Auswirkungen nicht hinreichend erkennen oder diese gar ignorieren. Das ist auch ursächlich dafür, dass der Deutsche Musikrat sich mit seinen Mitgliedsorganisationen am 10. Oktober 2015 an der Großdemonstration in Berlin mit ca. 200.000 Teilnehmern beteiligt hat. Ein „Kulturblock“ innerhalb der Großdemonstration hat speziell auf unsere kulturellen Anliegen aufmerksam gemacht.
 
Da der Ernst der Situation und die möglichen Risiken für die Handlungsfelder von Orchestern und Chören, Musikhochschulen und kommunale Musikschulen, Bibliotheken und Wissenschaftsbetriebe, Opern und Veranstaltungshäuser offenbar nicht hinreichend bewusst ist, veranstaltet der Landesmusikrat Hamburg für seine Mitglieder und für an diesem Thema interessierte Personen aus Kultur, Musikwirtschaft, Politik und Medien den Themenabend.
 
Um nicht mißverstanden zu werden: Es gibt viele gute Gründe außerhalb des Kulturbereiches, die es sinnvoll und zweckmäßig erscheinen lassen, ein Freihandelsabkommen wie TTIP und TISA mit den USA abzuschließen. Insofern verfolgen der Landesmusikrat Hamburg und der Deutsche Musikrat nicht die Absicht, die laufenden Verhandlungen zu TTIP und TISA im Grundsatz abzulehnen und zu dämonisieren. Wir bedauern auch, dass unbedachte Äußerungen aus dem deutschen Kulturleben diesen falschen Eindruck zeitweise hervorgerufen haben. Aber die Bereiche Kultur, Bildung und Wissenschaft müssen in den transatlantischen Freihandelsabkommen ausgeklammert werden, um Schaden von ihnen abzuwenden. Es geht dabei auch um die Kulturhoheit der Länder und Kommunen, die es zu wahren gilt, und um die Sicherstellung ihrer Entscheidungshoheit in Förderangelegenheiten.
 
Aufgrund der Dringlichkeit und Wichtigkeit der Thematik angesichts der gegebenen Zeitschiene für die Schlussphase der Verhandlungen hat der Landesmusikrat diesen Themenabend kurzfristig eingeplant.
 
Termin: Freitag, 16. Oktober 2015, 19:00 – 21:00 Uhr
Ort:Hamburger Bücherhallen
Hühnerposten 1 (Eingang: Arno-Schmidt-Platz), 20097 Hamburg

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